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Blick nach vorn V – Tageblatt vum 7.9.2013


Tageblatt Blick V

Eine nachhaltige Wirtschaftsdynamik

Über die Möglichkeiten einer progressiven Politik in Luxemburg

 

Von Taina Bofferding, Franz Fayot, Joanne Goebbels und Christophe Schiltz

 

Die LSAP muss die nachhaltige Entwicklung unserer Wirtschaft weiterhin aktiv vorantreiben. Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung beruht auf drei Säulen: sie beinhaltet eine wirtschaftliche, eine soziale und eine ökologische Komponente. Es gilt eine Wirtschaftsdynamik anzupeilen, die sowohl ermöglicht die soziale Kohäsion der Gesellschaft zu garantieren, als auch ausreichend Mittel zu generieren, um die sozialen Systeme abzusichern, wobei diese Entwicklung einer umweltfreundlichen und ökologischen Orientierung folgen soll. Wir brauchen einen neuen Begriff von Wachstum, der auch berücksichtigt, wie Wohlstand verteilt und nachhaltig ausgerichtet ist.

Ein neuer Begriff von Wachstum muss qualitativ sein und die Lebensqualität der Menschen ins Zentrum rücken. Neben dem rein wirtschaftlichen Wachstum sollte die Politik vermehrt auch Indikatoren wie dem „PIBien-être“ mehr Wichtigkeit geben und der Dimension der Zufriedenheit der Menschen Rechnung tragen. ,

Eine ökologische Industrie- und Wirtschaftspolitik zielt auf den Ausbau erneuerbarer Energien und auf die Substitution fossiler und knapper Rohstoffe, sowie auf eine Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz. Die LSAP sollte konsequent, mit allen möglichen Partnern, eine Dynamik in Gange setzen, die auch Klimaschutz und Energiewende als neue Opportunität fördert. Umweltpolitik darf nicht mehr alleine unter dem Schutzaspekt betrieben werden, sondern als Motor für Innovation und wirtschaftliche Erfolge. Der Umweltbereich muss als großer Wachstumsmarkt erkannt werden. Das Potential der „green jobs“ bietet außerdem eine wichtige Perspektive für den Arbeitsmarkt, besonders für die jungen Menschen.

Die Strategie der Diversifizierung in der Wirtschaftspolitik muss weiter geführt werden. Als kleine offene, im Finanzwesen spezialisierte Volkswirtschaft hat Luxemburg einen „dependancy path“, doch unsere Wirtschaftsgeschichte zeigt auch, dass unser Land verschiedene Neuorientierungen bereits erfolgreich umgesetzt hat. Um aber von möglichen Wachstumstreibern wie der Umwelttechnologie oder Kreativwirtschaft profitieren zu können,  müssen jetzt die Weichen für eine solche Politik gestellt werden. Neue Technologie- und Produktionscluster bilden sich jetzt und nicht erst in zehn Jahren. Luxemburg braucht deshalb ein neues, nachhaltiges Fortschrittsmodell für eine dritte industrielle Revolution.

Die LSAP muss in diesem Kontext auch die Partei sein, die die Frage des Funktionierens der staatlichen Innovationshilfen immer wieder auf den Prüfstand stellt und keine Angst hat, auch auf Missstände oder Fehlentwicklungen hinzuweisen und Änderungen einzufordern. Die Frage der Rahmenbedingungen ist umso wichtiger, da es komplizierter geworden ist, durch gezielte Planung neue Wirtschaftsaktivitäten zu fördern. Doch gute Rahmenbedingungen sind vor allem wichtig für die Entwicklung von Klein- und Mittelbetrieben, die noch immer das Rückgrat der Luxemburger Volkswirtschaft bilden. In diesem Kontext sollten verschiedene wirtschaftliche Instrumente analysiert werden und ggf. weiter ausgebaut werden, insofern sie nachhaltig das soziale und ökologische Zusammenleben und Arbeiten in Luxemburg fördern. Auch muss die Forschung intensiviert werden.

Des Weiteren muss auch die soziale Komponente in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden um eine ökologische Politik möglichst sozial verträglich und gerecht zu gestalten. Im Sinne einer sozialdemokratischen Politik, muss die LSAP die Partei sein die alle drei Komponenten berücksichtigt und in die Gestaltung der Politiken einfließen lässt.

Diese Prinzipien müssen die Basis einer fortschrittlichen Wirtschaftspolitik seitens der LSAP darstellen!

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